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Stellungnahme

Bei den Veranstaltungen der NAAoG tanzen nur Native Americans in Tracht


Viele Jahre lang hatten auch nicht-indianische Tänzer die Möglichkeit, in indianischer Tracht bei Veranstaltungen, die von der NAAoG organisiert wurden, mitzutanzen. Wir betrachteten dies als einen wichtigen Teil des Kulturaustauschs. Wir dachten, Non-Native Americans (Nicht-Indianer) würden so ein tieferes Verständnis für die Bedeutung der Lieder und der Tänze erhalten, wenn sie selbst an den Tänzen in indianischer Tracht teilnehmen würden. Viele Jahre lang organisierte die NAAoG sogar Workshops über Powwow-Etikette und Tanz für ihre nicht-indianischen Mitglieder. Wir wollten sie unterrichten, so dass sie anfangen würden zu verstehen, was das Tanzen den Native Americans bedeutet. Wir stellten uns vor, dass nicht-indianische Tänzer in Zukunft korrekt und mit großem Respekt tanzen würden.


Im Laufe der Jahre wollten immer mehr Non-Natives (die meisten waren Europäer) das Tanzen erlernen. Wir wissen, dass es Europäer gibt, die dies sehr ernst nehmen und die verstehen wollen, was das Tanzen jenseits der wunderschönen Trachten wirklich bedeutet. Andererseits können wir nicht darüber hinwegsehen, dass es nicht-indianische Tänzer gibt, die das Tanzen als Hobby betrachten. Als ein Hobby, das ihnen die Möglichkeit bietet, sich selbst in indianischer Tracht darzustellen, um mit ihrem Können eine große Show zu veranstalten. Ihr Verhalten zeigt deutlich, dass sie weder ein Verständnis noch eine wirkliche Vorstellung davon besitzen, was indianischen Tanz ausmacht. Sie haben in ihren Köpfen ein Wissen über Powwows, aber es mangelt ihnen an der Spiritualität und dem Verständnis für den wahren Sinn, die mit den indianischen Tänzen Hand in Hand gehen.

In der Vergangenheit waren die Powwows der NAAoG für die Öffentlichkeit zugänglich und zogen so jede Menge Europäer gekleidet in indianischer Tracht an, die am Tanzgeschehen teilnahmen. Während einige sehr respektvoll waren, wollten andere noch nicht einmal auf die richtungsweisenden Ratschläge und Weisheiten der indianischen Ältesten hören. Diejenigen, die den indianischen Ältesten keine Beachtung schenkten, fahren damit fort zu tun, was sie wollen. Auf diese Art behandeln sie eine Kultur, für die sie kein Verständnis haben, vollkommen respektlos. Um es einfach aber klar auszudrücken,  Non-Native Americans haben kein Recht, sich so zu benehmen, denn es ist nicht ihre Kultur. Die NAAoG hat versucht, diese Situation dadurch in den Griff zu bekommen, dass sie strenge Regeln veröffentlicht hat. Mehr und mehr nicht-indianische Tänzer verließen die NAAoG, weil sie der Meinung waren, dass diese Regeln zu streng und zu hart seien und dass wir die ganze Sache lockerer betrachten sollten.

Im Laufe der Zeit erhielten wir jedoch mehr und mehr Kritik sowohl von Seiten vieler Native Americans als auch von der deutschen Öffentlichkeit, die unsere Powwows besuchten. Indianische Gäste, die erwartet hatten ein Powwow zu sehen, wie es in den USA und Kanada veranstaltet wird, waren sehr überrascht, als sie all die nicht-indianischen Tänzer in Tracht auf der Tanzfläche sahen. Einige waren verärgert und verließen sogar die Veranstaltung. Das deutsche Publikum stellte Fragen wie "Aber, das sind jetzt nicht alles Native Americans, oder?" und "Wer ist denn jetzt Indianer und wer nicht?". Es passierte sehr häufig, dass sich Deutsche nach dem Lesen der Vorankündigung für das Powwow im Voraus erkundigten, "ob auch wirklich indianische Sänger und Tänzer anwesend sein würden, um zu singen und zu tanzen".

Bereits vor einigen Jahren hörten wir davon, dass auch in anderen europäischen Ländern, wie zum Beispiel in der Tschechischen Republik, Großbritannien, Schweden etc., Powwows wie Pilze aus dem Boden schossen. Heute werden überall in Europa Powwows veranstaltet (Tendenz steigend), bei denen die Mehrzahl der Sänger und Tänzer aus Non-Native Americans besteht. Die größten Veranstaltungen haben bis zu acht nicht-indianische Trommelgruppen, die indianische Powwowlieder singen und ungefähr 60 bis 70 nicht-indianische Tänzer, die in indianischen Trachten tanzen. Die meiste Zeit nehmen nur eine Handvoll Native Americans (Sänger und Tänzer) an diesen Veranstaltungen teil. In Europa bedeutet "Powwow" nicht unbedingt, dass es sich dabei um eine indianische Veranstaltung handelt.

Wegen all dieser Ereignisse sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass wir eine klare Trennlinie zwischen die Native American Association of Germany e. V. und die Powwow-Hobbyisten-Gruppen ziehen müssen. Wir möchten mit diesen Gruppen nicht mehr, wie in der Vergangenheit oft geschehen, verwechselt werden. Wir wollen, dass unser Verein eine klare Linie vertritt.
Deswegen haben wir 2007 beschlossen, dass wir keine Veranstaltungen mehr organisieren werden, bei denen Non-Native Americans in indianischer Tracht am Tanzgeschehen teilnehmen können. Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Wir wissen, dass es auch einige Native Americans gibt, die mit dieser Entscheidung nicht einverstanden sind. Doch für die NAAoG ist dies der sicherste Weg, um Ärger und Mißverständnisse in Zukunft möglichst zu vermeiden.

Wir wissen auch, dass es Europäer gibt, die mit viel Respekt tanzen und denen der Tanz sehr viel bedeutet. Einige dieser Tänzer haben angefangen zu tanzen, weil gute indianische Freunde sie dazu eingeladen haben, gemeinsam mit ihnen zu tanzen und ihnen dabei geholfen haben, eine Tracht zusammenzustellen. Wir möchten uns diesen sehr respektvollen nicht-indianischen Tänzern gegenüber entschuldigen, die nun nicht mehr in Tracht bei unseren Veranstaltungen tanzen können. Einige dieser Tänzer sind traurig und enttäuscht, einige haben unseren Verein verlassen, aber diejenigen unter diesen Tänzern, die den meisten Respekt für indianische Kultur haben, können verstehen, warum wir diese Entscheidung fällen mussten.

Bei den Veranstaltungen der NAAoG tanzen nur indianische Tänzer in Tracht und indianische Sänger singen die Lieder.

Wir möchten jedoch betonen, dass wir für Dialoge und einen Erfahrungsaustausch mit anderen Gruppen auf der Basis von Respekt jederzeit offen sind und auch nach wie vor für das Beantworten von Fragen zur Verfügung stehen.

Der Vorstand

 

 

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