Native American Association of Germany e.V.
It's Time to Change the Narrative
 
 
 

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Eine schwierige Entscheidung nach Jahrzehnten ehrenamtlicher Arbeit

Ein Offener Brief der 1. Vorsitzenden


Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschieden, meine ehrenamtliche Tätigkeit in ihrer bisherigen Form nicht weiterzuführen. Dieser Schritt ist mir nicht leichtgefallen, denn die Zusammenarbeit und der Austausch über so viele Jahre hinweg waren für mich von tiefgreifender Bedeutung.

Mein Interesse wurde bereits während meiner Kindheit geweckt. Das ist in Deutschland nichts Ungewöhnliches, schon gar nicht für meine Generation. Ich bin eine 61‑jährige deutsche Staatsbürgerin. 1989 nahm ich an einem Powwow in Stuttgart auf dem Killesberg teil. Die Oneida Nation of Wisconsin hatte beschlossen, eine zweite Reise nach Deutschland zu organisieren, weil sich ihre Stammesbürger während des ersten Aufenthalts sehr willkommen gefühlt hatten. Die Veranstaltungen wurden in enger Kooperation mit deutschen Partnern durchgeführt. Beim Powwow lernte ich Native Americans kennen, die hier in Deutschland mit dem US‑Militär stationiert waren. Von diesem Zeitpunkt an nahm mein Leben einen anderen Verlauf. Die gemeinsamen Erfahrungen und die Zusammenarbeit über Jahrzehnte hinweg haben meine Perspektive völlig verändert.

Diese Arbeit lag mir immer sehr am Herzen. In letzter Zeit jedoch habe ich eine wachsende Spaltung beobachtet. Menschen, die sich selbst als Unterstützer der Native Americans sehen, weisen zunehmend die Stimmen nicht‑indigener Personen allein aufgrund ihrer Abstammung zurück. Auf diese Weise behandelt zu werden, ist schmerzhaft – besonders nach so vielen Jahren engagierter Zusammenarbeit. Was ich erlebe, ist eine andere Form der Diskriminierung – eine, die oft nicht von Native Americans selbst ausgeht, sondern von Nicht‑Natives, die glauben, im Sinne der Dekolonisierung zu handeln. Leider führt dies zu Spaltung und Trennung, statt zu der Heilung, Harmonie, dem gegenseitigen Verständnis und dem Frieden, auf den so viele von uns gehofft haben.

Die Informationsseiten bleiben online, damit das Material weiterhin zugänglich ist. Ich habe diese Webseiten neu strukturiert und plane, sie weiterhin zu aktualisieren, soweit es meine Zeit erlaubt.

Carmen Kwasny
1. Vorsitzende, NAAoG e.V.